![]()
| Herzlich willkommen beim |
![]() |
||
Eine Welt e.V. Herrieden |
|||
|
Erster Brief von Schwester Sophie Leprastation in Madagaskar |
|||
![]()
Im November letzten Jahres (2002) erreichte Familie Herde dieser Brief. |
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Mein Name ist Schwester RASOAMBOLAMANANA Sophie. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Diese Karte, worauf ich schreibe, zeigt das Hauptgebäude vor 30 Jahren, mit vielen großen Bäumen und Sisalpflanzen. Nach und nach haben die Kranken die Flächen gerodet und einen Gemüsegarten angelegt. Auf dem Bild rechts sieht man das Hauptgebäude heute. |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Hier sieht man, ganz links noch das Hauptgebäude mit Speisesaal. Im Innenhof sieht man eine Gruppe, es sind Lehrkräfte, Angestellte und Arbeiter. Im Zentrum finden jetzt alle Kranken und denen es schon besser geht eine Aufnahme. Im großen Gebäude, hinten rechts, können die Patienten übernachten die zur Behandlung kommen und deren Heimweg lang ist. Im ersten Stock befindet sich auch eine große Kapelle. Im kleinen Haus, in der Mitte, werden die Medikamente ausgeteilt. Im rechten Haus mit braunen Türen und Fenstern, ist das Personal untergebracht. Auch die verlassenen und ausgesetzten Kinder finden hier Unterschlupf, wir kümmern uns um sie. Das Gebäude mit dem hellen Dach ist für den Nachtwächter und im 1. Stock befindet sich der Reisspeicher für die Kranken. Der Reis wird gleich nach der Ernte eingekauft, er ist dann nicht so teuer. Hiermit werden die Kranken ernährt. |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Das Gemüse versuchen wir selbst anzupflanzen. Die Kranken, die arbeiten können, helfen uns dabei, lernen bei uns den Gemüseanbau und nehmen ihre Kenntnisse mit in ihre Dörfer. Etwas an Sämereien bekommen sie dann auch noch von uns. Selbst die Kranken ohne Finger, können gewisse Arbeiten auf ihre Art verrichten. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Der Junge rechts auf dem Bild hat keine Finger mehr und keine Zehen, möchte aber arbeiten. Der mit der blauen Hose, auf dem oberen Foto hackt im Garten. Im Garten haben wir zwei Brunnen um das Gemüse zu begießen, mit einer Tiefe von 17 m. Es ist schwer das Wasser hoch zu ziehen aber immerhin besser als gar nichts. Eine Motorpumpe kostet 1.256.- Euro, die wir nicht haben. Es ist schwere Arbeit im Garten, aber was sollen wir machen, wenn wir Gemüse haben wollen. Der junge Mann hat eine Schwester die auch keine Finger mehr hat, zusätzlich ist sie noch behindert. Deren Vater ist gestorben, die Mutter hat die beiden schon vor langer Zeit verlassen, weil sie sich ihretwegen schämte. Diese Beiden haben keine Wohnung, ihr Haus ist beim Zyklon im letzten Jahr verwüstet worden. Es sind 17 Familien denen es ebenso erging. Wir werden bedrängt, Geld zu finden um ihnen allen zu helfen. Ein Haus aus Lehm gebaut und mit Stroh gedeckt kostet ungefähr 2.512.- Euro, aber wo anfragen? |
![]() Auf dem Foto bin ich, Schwester Sophie, neben Pierre, so heißt der junge Mann ohne Finger. Er hatte gerade seine erste Kommunion gefeiert. Wir haben ihn vorbereitet und soweit gebracht. Er wohnt 12 km von hier entfernt. Wir helfen ihm so gut wir können damit er sein Land bearbeiten kann. Die Hilfe die wir geben, können wir nur geben durch Hilfe die wir bekommen. So können wir das Schlimmste erleichtern. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Ein Großvater mit seinem leprakranken Enkel. Wir finden heute noch Schwerkranke die sich schämen sich öffentlich zu zeigen. Der Großvater hat bereits einen Teil seines rechten Beines verloren. Sein Enkel war immer in Kontakt mit ihm, so hat er sich angesteckt. In Betracht der neuen, guten Medikamente kann der Enkel geheilt werden ohne seine Gliedmassen zu schädigen. Wir haben die speziellen Medikamente (nach Raoul Falléreau) und machen die Behandlung selbst. Früher, vor 1980 sah es anders aus. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Diese Frau wohnt 70 km entfernt vom Zentrum, als wir in der Gegend auf Visite waren, haben wir sie entdeckt. Ihre Wunden sind jetzt abgeheilt, muß sich aber zu Hause noch weiter pflegen und darf noch nicht mit Erde in Kontakt kommen. Aber wie soll eine Landfrau das machen? Wenn möglich helfen wir diesen Leuten auch mit Geld und anderen Sachen. Die Neuerkrankten kommen jetzt rechtzeitiger und haben somit größere Chancen geheilt zu werden. Im Augenblick haben wir 20 Neuerkrankungen. |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
Das Zentrum kümmert sich auch um die Kinder der Erkrankten. Nach der Schule arbeiten die Kinder etwas, hier sehen wir sie mit der Gießkanne bzw. Wasser auf ihren Köpfen. Sie gießen die Obstbäume, die sie später mitbekommen. Wir haben zur Zeit 25 solcher Kinder, wo die Eltern das Schulgeld nicht zahlen können. Mittags bekommen die Kinder eine Mahlzeit von uns. Unsere Einnahmen sind klein und vor allem unsicher. Wir versuchen, das was wir bekommen, gerecht zu verteilen. Wir betreuen auch schlecht ernährte, kranke und behinderte Kinder. In den letzten 4 Jahren behandeln wir auch Tb-Kranke in unserem Krankenhaus. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Dieses Mädchen ist Geisteskrank und Behindert,
es kann zu Hause nicht sein, sie bleibt bei uns im Zentrum.
|
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wir sind nur 8 Personen, die alles machen, Empfang der Patienten, die Behandlung, die Pflege, die Hausbesuche, wenn nötig, das Kochen, den Abwasch usw. In der letzten Zeit entdeckte ich sehr viel, gutes und schlechtes aber ich habe nicht aufgehört mich um die Leprakranken zu sorgen, ich suche immer wie ich den Kranken helfen kann in jeder Hinsicht. Ich bedanke mich für Ihr Interesse an unserer Arbeit und für den Solarkocher. Wir beten für Sie und der ganzen Gruppe. Gez. Schwester Sophie |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Tananarivo, den 27. November 2002 Monsieur Johannes, ich bin in Tana um den Solarkocher abzuholen . Gestern am Nachmittag holten wir ihn ab, heute gehen wir zu SOLTEC zurück um zu lernen wie man den Kocher benutzt. Nochmals vielen Dank für dieses schöne Geschenk für die Lepra-Kranken. Ich hoffe dass Sie meinen letzten Brief mit den Bildern und den Bericht erhalten haben. Im Dezember kommen viele Kranke in Zentrum, um gemeinsam das Weihnachtsfest zu feiern, sie bleiben dann bis zum Jahreswechsel. Es werden so an die 20 Personen, ohne Kinder, sein, sie logieren hier bei uns und werden auch verpflegt. Unser Budget reicht hoffentlich bis zum Jahresende, wir können aber im Moment keine weiteren Unterstützung an die Kranken geben z.B. Sämereien. Fröhliche Weihnachten und ein gutes neues Jahr wünschen wir Ihnen und der ganzen Gruppe. Gez.: Schwester Sophie |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nähere Auskünfte bei Heinz Herde, Regmannsdorf 5, 91567 Herrieden E-Mail: k.herde@gmx.de |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
© 2000 Elisabeth Geßler