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Eine Welt e.V. Herrieden

 

 

Pater Stefan Stirnemann in Conakry
Guinea/Westafrika


3 Jungs

„(...) an alle Mitglieder des Eine-Welt-Ladens,

Ihr könnt nicht wissen wieviel Freude und Leben Ihr hier schon gespendet habt. Wir haben so viele arme Leute retten können!

„Wir”, Ihr, in Herrieden und wir in Guinea. Denn ohne Ihre Hilfe können wir nichts machen.
Gott allein kann es Ihnen vergelten! Seine Liebe, seine Barmherzigkeit, fülle Eure Herzen mit Freude!
Die Mutter Gottes segne Euch. Vergelt's Gott
Stefan Stirnemann”

   
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aus einem weiteren Brief:

Liebe Freunde!

Herzlichen Dank Euch allen für Eure treue Freundschaft!
(...) Zuerst möchte ich Gott danken für ein glückliches Leben mit dem schönsten Beruf. Eines Morgens wurde der kleine Mohamed, schlafend auf einem Marktisch gefunden. Er kann nicht bei seinem geschiedenen Vater leben, weil die Schwiegermutter ihn nicht haben will. Er kann nicht zu seiner Mutter, weil ihn der Schwiegervater nicht will. Man hat ihn einer Tante anvertraut, die zur Elfenbeinküste wegging. Sie hat ihm drei Bürsten und drei Schuhcremen hinterlassen und gesagt: „Du bist jetzt ein großer Kerl (12 Jahre alt), du kannst dein Leben selber verdienen!”

Wenn man einen so kleinen Cherub an sein Herz drücken kann und ihm sagen darf: „Zükünftig kannst du beruhigt sein, ich bin jetzt dein Papa”; wenn man dann die Freudentränen auf seinen Wangen rollen sieht, kann man sich nur sagen: „Ich habe wohl den schönsten Beruf der Welt!”; obwohl ich hätte Bankinhaber werden können.

In der gleichen Woche hat mich eine Frau besucht. Sie hat als Magd bei einer Dame gearbeitet, die sie monatlich mit 10.- Euro bezahlt hat. Dann ist sie krank geworden, bekam keinen Lohn mehr und viel in eine totale Verzweiflung, da sie keinerlei Chance zu Pflege hatte. Wir haben ihr die Gesundheitsfürsorgestelle bezahlt und als sie wieder gesund war, konnten wir ihr dank Eurer Hilfe, die Möglichkeit geben ein kleines Geschäft mit gebrauchten Kleidern zu öffnen. Auch da gab es wieder Freudentränen und ich dachte mir, dass ich wirklich den schönsten Beruf der Welt habe.

(...) Am 19.3.2003 werden wir den 10. Jahrestag der Gründung unseres „Foyers St. Joseph” feiern. Es war am 3. März 1993, dass wir in Conakry das erste Haus mit drei Kindern eröffnen konnten. Heute haben wir sechs Heime in Conakry und eines in Labé, mit z.Zt. insgesamt ca. 145 Kinder. Wieviele müssten wir noch dazu rechnen? Ca. 500 Kinder waren ebenso in unseren Heimen, bei denen es uns gelungen ist, sie langsam wieder in ihre Familien zurückgeben zu können. Einige sind leider daneben geraten und wieder auf die Strasse zurückgegangen. Aber auch diesen versuchen wir nahe zu bleiben und alle kommen zurück um sich pflegen zu lassen, wenn sie krank sind, sogar die, die unsere Türen und Fenster gestohlen haben!

Es gibt so manche „Foyers” für Strassenkinder in Conakry: Das ist Mode! Aber die meisten sind nur „Gesprächszentren”, wo man auch zwei bis drei Jahre hindurch alphabetisiert werden kann... aber die Kinder bleiben auf der Strasse.

Wir sind die einzigen (ausser S.O.S. Kinderdorf, die aber keine Strassenkinder aufnehmen) die unsere Kinder mindestens bis zu einer guten Schulausbildung bis zu „Brevet” führen und anschliessend zu einer soliden Berufsausbildung.

Ausserdem haben wir ein „Foyers” mit einer Krankenschwester und einer Helferin, die sich um alte Frauen kümmern, die auch verlassen auf der Strasse zu finden sind.

Nun sind uns zwei Häuser geschenkt worden, in denen wir drei „Foyers” einrichten konnten. Eines davon hat uns die Pfarrei St. Konrad in Regensburg geschenkt. Das andere ist eine Erbschaft von Fr. Armande Schaloyard. Die anderen Häuser sind gemietet.

Die Kinder essen jeden Tag, die Erzieher werden monatlich bezahlt und erhalten Krankenversicherung. Dies alles ohne sicheres Einkommen, ausser den Spenden, besonders von der Pfarrei St. Konrad in Regensburg und dem Verein „Aimer” in Frankreich. Weder die Regierung, noch Ministerium, noch Organisationen sind im Stande uns zu helfen. Wir leben vorerst nur von freiwilligen Spenden.

Wir fragen uns oft, was wir in der darauffolgenden Woche essen werden, jedesmal wenn die Kassen leer sind, und man wäre versucht sich zu ängstigen, wenn Jesus nicht gesagt hätte: „Macht Euch keine Sorgen, für das was ihr Morgen essen werdet!” Dann schlafen wir ruhig und seit 10 Jahren in Conakry hat uns die Vorsehung nicht enttäuscht. Wir konnten jeden Tag essen. Dank sei Euch allen, liebe Freunde, durch die Er uns zur Hilfe kommt.

Vergelt's Gott
Stefan Stirnemann

Bankverbindung:
Ligabank Regensburg
Konto Nr. 1116860
BLZ 75090300
 

 


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© 2000 Elisabeth Geßler